Saturday, January 6. 2007
Das neue Jahr ist noch keine Woche jung, aber ich habe mich bereits wieder für eine Schicht beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst verpflichtet. Hat aber auch sein Gutes, normalerweise ist an einem solchen Wochenende nicht viel los, und dann habe ich meinen Beitrag für Januar schon geleistet und hinter mir. So war jedenfalls die Idee. Nur muß wohl jemand inseriert haben, es gebe bei uns etwas umsonst - jedenfalls war vergleichbar viel los wie sonst nur an Feiertagen, Weihnachten oder Neujahr: von morgens an bis in den frühen Abend hinein warteten zu jedem beliebigen Zeitpunkt nie weniger als 10 und meistens ein Dutzend und mehr Patienten, obwohl wir viele schon gebeten haben, lieber in einer Stunde oder 90 Minuten noch einmal wiederzukommen. In der Zentralen Notaufnahme des Krankenhauses sah es, wie man hörte, wohl nicht viel besser aus als bei uns. Aber immerhin gab es zwischendrin auch einige Hausbesuche, so daß zumindest ich das Elend für eine Zeit hinter mir lassen konnte.  Hoffen wir mal, daß im Februar weniger los sein wird.
Monday, December 25. 2006
Eigentlich müßte ich von Arbeit ja genug haben, aber dennoch habe ich mich wie im vergangenen Jahr heute für den Tagdienst in der Ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale einteilen lassen. Und wie immer an Weihnachten, Ostern und Silvester herrscht dort “Land unter”; statt der üblichen 3-6 Hausbesuche sind wir von morgens an bis in den Nachmittag ständig unterwegs und bekommen immer neue Besuche telefonisch nachgeliefert - 12 Fahrten sind es am Ende gewesen, natürlich kreuz und quer durch das recht große Einzugsgebiet, und dann bis abends noch einmal drei oder vier. Daneben war natürlich auch eine dreistellige Anzahl von Patienten in der Praxis zu behandeln; insofern war ich nicht böse, den ganzen Tag über mehr oder weniger unterwegs zu sein. Dazu dann nette Kollegen und flüssiges Arbeiten - ich glaube, ich habe jede Minute genossen.  Jetzt geht aber der Urlaub richtig los.
Saturday, November 25. 2006
Wie geplant habe ich meinen Geburtstag heute - im wesentlichen allerdings mit mir selbst und einem Kuchen - nachträglich begangen, allerdings erst am Abend; tagsüber war ich (nach einem Monat Pause) wieder einmal für den ärztlichen Notfalldienst unterwegs, soweit man das so nennen kann (im wesentlichen ging es um Kaffee trinken und das Herumbringen der Dienstzeit - zumindest an Hausbesuchen stand nicht viel an). Außerdem - nicht daß das wichtigste wäre - habe ich heute die ausstehenden Geschenke eingesammelt; vor allem allerlei nützliches, aber unter anderem auch eine Box mit 4 CDs mit der Vertonung aller Lieder und Gedichte aus Tolkiens großem Werk “Der Herr der Ringe”. Ich hoffe, mir das bald auch einmal in Ruhe anhören zu können. Ach so, der passende schnuckelige kleine iPod dazu war auch dabei. 
Saturday, September 30. 2006
Ein wenig verspätet - es wurde gestern abend nämlich doch noch recht spät - trudelte ich heute morgen beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst ein, um meinen heutigen Dienst anzutreten. Nach Erledigung der üblichen Samstagsaufgaben (mittwochs und freitags gibt es keinen Fahrer, da fahren die Ärzte selbst), als da wären “Müll aus der Arzttasche ausräumen, alles wieder dort einräumen, wo es hingehört, massive Fehlbestände ergänzen, ungestempelte Vordrucke aus der Dokumentenmappe wieder aussortieren, Vordrucke stempeln, Fehlbestände ergänzen, Müll, Notizzettel, Kugelschreiber, Parktickets usw. usf. aus dem Fahrzeug räumen, Handy suchen, Handy laden, ...” standen dann auch recht bald 3 Hausbesuche auf dem Plan, die allerdings bis zum frühen Abend dann die letzten blieben. Und das war gut so, denn ab ~ 10 Uhr gaben sich die Patienten die Klinke in die Hand; 12, 14 und mehr in der Warteschlange war nicht ungewöhnlich, und Wartezeiten von über einer Stunde entwickelten sich bis gegen 16 Uhr zum Normalzustand. Erst da begann es dann etwas ruhiger zu werden, so daß kurz vor Schichtwechsel dann noch Zeit war, etwas zu essen und einen Besuch vorzunehmen. Abschließend habe ich dann nochmal bei den Kollegen vom DRK vorbeigeschaut, die auf das Weinfest aufpassen, und festgestellt, daß es dort zwar lebhaft besucht, aber vom Einsatzaufkommen - wieder - ruhig aussah, um mich dann nach Hause zurückzuziehen und mein eigenes, privates Weinfest zu feiern. Schließlich stand da ein Liter Neuer bereit. 
Sunday, August 27. 2006
... oder auch: man wird nicht jünger. Keine besonders neue Feststellung, aber wie die Zeit vergeht, durfte ich heute feststellen, als ich meine allmonatliche Dienstschicht beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst ableistete. Man bat mich nämlich, mal eben eine Patientin nach Einweisung vermittels Rollstuhl in die nahegelegene Medizinische Aufnahme zu befördern, was ich dann auch tat. Dort war recht viel los, und so wartete ich, bis sich der junge Mann im weißen Kittel mir zuwandte, und überlegte dabei die ganze Zeit, ob das wohl ein ungewöhnliche gekleideter Aufnahmepfleger sei oder doch der Arzt. Die Überraschung - für uns beide - kam, als ich dann an die Reihe kam und wir uns Aug’ in Aug’ gegenüberstanden: handelte es sich dabei doch nicht nur um den Aufnahmearzt, sondern um einen alten Kollegen. Nun ist es das eine, mal am Rande gehört zu haben, daß jemand sein Medizinstudium abgeschlossen habe, aber etwas völlig anderes, dann plötzlich einem alten Bekannten, mit dem man in den langen Jahren seit 1994 doch (mehr als) den einen oder anderen Sanitätsdienst oder Lehrgang und mehr als eine Besprechung oder Dienstschicht als Rettungssanitäter gemeinsam verbracht hat, plötzlich sozusagen auf der “anderen Seite” als Assistenzarzt wiederzusehen. 
Sunday, July 16. 2006
Heute war mein zweiter Dienst in der frisch umgezogenen Ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale, und die meisten Anlaufschwierigkeiten sind inzwischen schon überwunden. Sogar der Kaffeevollautomat ist in den vergangenen 14 Tagen ab und an einmal gereinigt worden! Ich nehme an, daß die provisorischen, von mir gedruckten Papierschilder an den Behandlungsräumen auch bald der Vergangenheit angehören werden. 
Sunday, July 2. 2006
Am heutigen Sonntag habe ich meinen Dienst bei der Ärztlichen Notfalldienstzentrale, pardon, beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst, wie das Kind nunmehr heißt, deutlich gespannter angetreten als all die Jahre seit 1995: zum 30.06.2006 ist die Zentrale nämlich aus den eigenen Räumlichkeiten in das örtliche Krankenhaus umgezogen - und am zweiten Tag funktioniert natürlich noch nichts so, wie man es sich vorstellt.  Der erste Eindruck war dennoch gut: die Sprechzimmer sind gut aufgeteilt und ausreichend groß, wenn auch nicht so unnötig großzügig wie früher, es gibt nunmehr einen für die Infusionstherapie geeigneten und eingerichteten Raum - in dem es nicht nur eine Liege gibt und die übrigen Patienten sich bis zu vier Stühle teilen müssen, sondern in dem ausreichend Liegen mit Klingel plaziert sind -, die EDV- und Telefonanlage ist modern und zweckmäßig, und die Ruheräume sind zwar ewig weit weg, aber gleichfalls nahezu luxuriös ausgestattet. Nur der Aufenthaltsraum liegt zum einen direkt an der Anmeldung und ist zum anderen für vier Leute hoffnungslos zu klein, so daß man sich gegenseitig auf die Füße tritt und das Deponieren von Gepäck geradezu aussichtlos ist. Das ist ein echtes Manko, da auch ein Ausweichen auf den Ruheraum - in einem angrenzenden Gebäude im 4. OG und daher mehrere Minuten Fußweg entfernt - nicht praktikabel ist. Andererseits hat es dafür einen wunderbaren neuen Kaffeevollautomaten mit Milchaufschäumer ...  Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Monaten entwickeln wird, auch was das Patientenaufkommen und die Kooperation mit dem Krankenhaus betrifft.
Saturday, May 13. 2006
Nach längerer Pause habe ich heute mal wieder meines Amtes im Ärztlichen Notfalldienst gewaltet, und war nach einem etwas verspäteten Eintreffen *hüstel* - man sollte nicht vergessen, sich seinen Wecker richtig zu stellen - dann mehr oder weniger durchgehend unterwegs. Auffallend der hohe Anteil der hochbetagten Patienten; ich erinnere mich an drei oder vier 91jährige, neben einigen anderen bemerkenswerten Erlebnissen (sei es mit jungen, weiblichen, gutaussehenden, aber kreislaufschwachen Hochzeitsgästen, oder sei es mit älteren, weiblichen, ebenso energischen wie deutlich verwirrten Damen). Insgesamt mal wieder ein netter Tag. 
Sunday, April 16. 2006
Ausnahmsweise habe ich mich entgegen meiner sonstigen Gewohnheit zu einem Dienst am Feiertag einteilen lassen; normalerweise halte ich mir wenigstens Weihnachten und Ostern frei. Dieses Jahr ergab sich aber für den Ostersonntag eine besonders nette Besetzung, und so habe ich dann den Tag von acht Uhr bis acht Uhr hinter dem Steuer - bzw. mit Kaffee und Mineralwasser und allerlei Eiern im Aufenthaltsraum - verbracht. Nachdem die Feier der Osternacht ermangels Taufe in diesem Jahr schon kurz nacht acht zu Ende war, war ich dann auch mal pünktlicher als sonst zur Dienstübernahme vor Ort. 
Saturday, April 8. 2006
Meine heutige Dienstschicht beim Ärztlichen Notfalldienst ließe sich am ehesten mit einem Titel von JOB zusammenfassen, aber das wäre sicherlich nicht sehr geschmackvoll - Fakt ist dennoch, daß der Tag schon mit zwei Leichenschauen (wobei in einem Fall der Todeseintritt bereits mehrere Tage zurücklag - vor dem Frühstück eher ungünstig, aber man kann’s sich ja nun nicht aussuchen) begann, während parallel das NEF des Rettungsdienstes eine weitere vorzunehmen hatte. Dabei hatte ich dann das Privileg, einem durchaus bemerkenswerten Fall von Spurenvernichtung durch die vor Ort anwesenden Beamten der Schutzpolizei zuzusehen - wenn man die Leiche mehrfach bewegt, den Schließzustand aller Türen und Fenster ändert, herumstehende und -liegende Möbelstücke usw. wieder ordentlich beiseite räumt und auch auf dem Tisch mit der vermutlich letzten Mahlzeit für “Ordnung” sorgt, zeugt das sicherlich von haushalterischen Qualitäten, es macht aber die Verständigung der Kriminalpolizei - unklarer Todesfall - irgendwo zur Farce. Ich habe mich aber tapfer jeder Bemerkung enthalten ... Ansonsten war das Arbeiten sehr angenehm, man merkte das gute Wetter an einer ganzen Reihe teilweise sehr übel gestürzter Radfahrer (wenn man drei oder vier teilweise größere Platzwunden im Gesicht zu nähen hat, dauert das schon seine Zeit), und ich habe zum ersten Mal der ambulanten Entfernung eines Fremdkörpers aus dem Auge zugesehen - für den hausärztlichen Notdienst sicherlich keine alltägliche Maßnahme, aber gekonnt ist eben gekonnt. Und jetzt ruft der Feierabend. *gähn*
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