Dieser Text befindet sich inhaltlich auf dem Stand des Jahres 2004 und wird nicht mehr gepflegt oder aktualisiert. Er ist in jeder Hinsicht veraltet und steht nur noch zu Dokumentationszwecken online.

Nachdem ich mich anno 2004 gezwungen sah, mich auf einer Maschine zumindest vorübergehend mit Postfix statt Exim anzufreunden, stellte sich damals für mich natürlich die Frage, wie ich meine vorhandene Konfiguration am besten übernehmen bzw. das, was ich mit Exim bereits gelöst habe, nunmehr in Postfix lösen kann.

alias-Dateien

Exim bietet die sehr bequeme Möglichkeit, ein alias-File für eine oder mehrere Domains anzulegen und die jeweiligen Mailadressen (entweder nur als localpart oder als volle, domainisierte Adresse) dort

  • auf eine oder mehrere Forwarder-Adressen,
  • in eine Datei oder
  • in ein Script umzuleiten oder ihnen
  • "spezielle Aktionen" (Bounce oder stilles Verwerfen) zuzuweisen.

Die Umleitung an andere Mailadressen löst Postfix über seine virtual_maps. Man kann so bspw. den Teil aus dem alias-File, der sich mit der Weiterleitung an andere Mailadressen befasst, als virtual_map speichern:

## Aliases for mydomain.example
mydomain.example      virtual

address1@mydomain.example	other-address
address2@mydomain.example	other-address2@otherdomain.example
third-addy@mydomain.example	myadress,some-other-addy@otherhost.example

Statt virtual kann dort im übrigen jeder beliebige Begriff stehen; es geht dabei nicht um den Inhalt, sondern nur darum, die Syntax-Vorgaben einzuhalten.

Nicht vergessen: Die Adressen auf der linken Seite müssen bei Postfix voll qualifiziert sein! Und: postmap filename muss nach jeder Änderung an der Datei aufgerufen werden!

Für "spezielle Aktionen" wie das Bouncen oder Verwerfen eingehender Mail kann man bei Postfix eine access-Datei verwenden. Diese lässt sich dann bspw. in den smtpd_recipient_restrictions einbinden:

smtpd_recipient_restrictions =
        permit_mynetworks,
        check_recipient_access hash:/etc/postfix/accessfile,
        permit_sasl_authenticated,
        reject_unauth_destination

Aussehen könnte die Datei accessfile z. B. so:

## for mydomain.example

willnicht@mydomain.example	REJECT Go away!
willauchnicht@mydomain.example	DISCARD

Auch hier nicht vergessen: Die Adressen auf der linken Seite müssen bei Postfix voll qualifiziert sein! Und: postmap filename ist nach jeder Änderung an der Datei nötig!

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