Sunday, May 17. 2009
Rhein-Neckar-S-Bahn, Sonntagabend, S 1 Fahrtrichtung Osterburken. In Ludwigshafen steigen plötzlich Menschenmassen zu (möglicherweise, weil der zweite Zugteil dort abgekoppelt wurde? - das würde das plötzliche Auftauchen erklären). Natürlich werden primär die ersten beiden Türen des vorderen Zugteils zum Zustieg benutzt; menschlich verständlich, aber nicht zur Beschleunigung des Fahrtgastwechsels geeignet. Erst recht nicht, wenn vier Radfahrer ihre Zweiräder im - etwas breiteren - Einstiegsbereich verteilt haben und damit eine Tür komplett und den halben Gang blockieren.
Die beiden zuletzt zugestiegenen und damit ganz vorne an der Tür stehenden Fahrgäste erzeugen nicht nur durch ihre in jeder Hinsicht - insbesondere in die Breite - ausladende Erscheinung und die Bierdosen in der Hand Sympathie, sondern auch durch schwer verständliche Ausrufe. Als die Parolen deutlicher verständlich werden (“1. Mai - seit ‘33 arbeitsfrei!”), steigert das den Sympathiefaktor nicht unbedingt. Nachdem niemand einstimmen will, bleiben die weiteren Rufe (“Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer schaut zu? CDU!”) dann auch eher gedämpft und etwas verschämt. Vermutlich war es so gesehen durchaus klug, sich das abschließende “Nie wieder Kommunismus, nie wieder Krieg! Nationaler Sozialismus bis zum Sieg!” bis zum Aussteigen aufzubewahren, sonst hätte sie doch noch jemand nachhaltig zur Ruhe gebracht ... 
Saturday, May 16. 2009
Samstagmittag, ICE von Stuttgart nach Mannheim. Am Nebentisch ein Paar in den mittleren Jahren (nun ja, an deren oberen Ende, in jedem Falle). Er zaubert aus seinem Gepäck einen Becher hervor und füllt ihn mit Cola - und einem Flachmann Chantré. Um viertel vor zwei. 
Etwas später, am frühen Nachmittag, in Mannheim, beim Besteigen der S-Bahn. Wie kann man den Fahrgastwechsel beschleunigen? Zwei junge “Damen”, die vermutlich im Hintergrund wanderten, hatten dafür das optimale Rezept. Man wartet, bis sich die übrigen Fahrgäste am Bahnsteig zur rechten und zur linken der Türen des eingefahrenen Zuges aufgestellt haben, um den Ausstieg der Fahrgäste zu ermöglichen, und rollt dann mit dem voluminösen Kinderwagen bis unmittelbar vor die Tür. Nachdem sich die aussteigenden Fahrgäste langsam und mühsam seitlich daran vorbeigequetscht haben, steigt man als erster ein und bleibt dann mit dem zweiten Kinderwagen quer im Einstieg stehen, denn - oh Wunder! - da ist gar nicht so richtig viel Platz. Dem sich dann teilweise Gehör verschaffenden Unmut der Einsteigewilligen (die vorher anstanden, die das Aussteigen ermöglichten und die jetzt immer noch nicht einsteigen können) begegnet man dann mit lautstarker Frechheit - was gibt es da auch für einen Grund zu drängeln, bevor man sich sortiert hat?
Wednesday, March 18. 2009
Mit der Bahn zu fahren kann sich durchaus als bequem erweisen: keine Staus (nur Verspätungen und überfüllte Züge), keine Suche (nur die nach Anschlusszügen) und keine Probleme mit dem Finden von Parkplätzen (außer am Abfahrtsbahnhof). Man gewinnt Arbeits- oder Freizeit, die man sonst als Autofahrer nicht hätte, und tauscht dagegen fehlende Mobilität am Zielort ein. Und das Reisen mit der Bahn kann zumindest im Fernverkehr, insbesondere in den ICE, ganz angenehm sein, vor allem, wenn der Zug allenfalls gut gefüllt ist und man die notwendigen Vorkehrungen (u.a. Gepäck, das sich gut verstauen läßt, und ein Tonabspielgerät oder Ohrenstöpsel gegen kreischende Kinder oder von ebenso unstillbarem wie lautem Mitteilungsbedürfnis geplagte Mitreisende; außerdem ein Laptop oder ein Buch, um die Zeit zu vertreiben oder zu nutzen, je nachdem) getroffen hat. Im Nahverkehr ist das anders, aber das sind in der Regel ja auch nur kurze Strecken, und die sind dann auch erträglich.
Wenn man nicht wesentliche Dinge übersieht.
Zum Beispiel, daß man, wenn man an einem Samstag am frühen Abend - von Süden nach Norden reisend - in Hanau auf den Nahverkehr umsteigen muß, nicht bedacht hat, daß Eintracht Frankfurt gespielt haben könnte.
Ich glaube, weitere Ausführungen über den letzten Teil der Hinreise am vergangenen Wochenende sind obsolet.
Monday, February 5. 2007
Eine sehr angenehme Änderung durch den Fahrplanwechsel ist mir erst heute bewußt geworden: zumindest am Montagmorgen, wohl aber jeden Werktag, fährt zusätzlich zu dem taktmäßigen - und regelmäßig gut bis sehr gut gefüllten - ICE nach München um 8.33 Uhr ab Mannheim ein Verstärker-ICE bis Stuttgart, der bereits um 8.19 Uhr Mannheim verläßt und diese Teilstrecke fast leer zurücklegt. Das sieht man gerne, denn so macht Bahnfahren (mehr) Spaß.
Wednesday, January 31. 2007
Die heutige morgendliche Bahnfahrt habe ich - wie die am gestrigen Abend - dummerweise ohne meinen ipod angetreten, der zuhause liegengeblieben ist; der ersatzweise heute morgen eingesteckte MP3-Stick erwies sich dank leerer Batterie als untauglicher Ersatz. Dabei hatte ich den Akku die ganze Nacht über geladen ... was wohl, da mir nämliches mit meienr Digicqam in gleicher Weise zu passieren pflegt, wohl bedeutet, daß entweder alle Akkus hinüber sind oder das Ladegerät nicht mehr so tut, wie es soll. *grummel* Ich habe die Fahrt allerdings auch ohne Musik auf den Lauschern gut überstanden, genauso die Weiterfahrt nach Stuttgart (nur - zu - kalt ist es), und weiß jetzt, was ich keinesfalls vergessen darf. 
Wednesday, January 24. 2007
Über Nacht ist - natürlich völlig überraschend und unvorhersehbar - Schnee gefallen. Die Deutsche Bahn steckt das offenbar zumindest auf manchen Strecken - so zwischen Neustadt und Karlsruhe - ganz gut weg, wenn man aus dem Menschenauflauf im Karlsruher Hauptbahnhof und der Anzeigetafel mit lauter scrollenden Laufschriften Schlüsse ziehen darf, jedoch nicht auf allen Strecken (das ist aber auch gemein: erst stürmt es, dann schneit es auch noch, mitten im Winter - wenn das so weitergeht, fallen am Ende noch im Herbst die Blätter von den Bäumen; auf solche neuzeitlichen Wetterphänome kann man eigentlich als Verkehrsunternehmen nicht vorbereitet sein). Nicht so gut funktioniert aber der Karlsruher ÖPNV, oft - offenbar ohne Grund - gelobt: daß direkt hintereinander zwei Bahnen derselben Linie einfahren, ist sicherlich nicht normal. Und daß sich vor mancher Haltestelle lange Staus von einem Halbutzend Bahnen und mehr bilden, darunter oft zwei direkt hintereinander fahrende Bahnen derselben Linie und insgesamt sogar von einer Linie drei Bahnen, ist auch nicht normal. Nun mag Schnee tatsächlich den schienengebundenen Verkehr stärker beeinflussen als den automobilen, der weithin unbeeinträchtigt floß; eine schwache Leistung sind aber die elektronischen Anzeigetafeln, die offenbar weiterhin den Sollfahrplan anzeigten, jedenfalls die direkt aufeinander folgenden Kurse nicht auswiesen. Und die Begründung eines Fahrers, warum es nicht weitergeht - für die, die nicht selber sehen können, daß sich weiter vorne Bahnen vor einer Haltestelle schauen -, fand ich dann klasse: Das liege am "Scheechaos". Sicher, es hat geschneit und es schneit auch noch, und der Schnee bleibt sogar liegen - wenn auch nicht auf der Fahrbahn -; aber von "Chaos" ist das nun wirklich weit entfernt. Richtiger wäre dann vermutlich "ÖPNV-Chaos".  Nachtrag: In Stuttgart scheint es nicht viel besser auszusehen. Das bleibt heute also weiter spannend.
Eigentlich könnte ich mit meinem Laptop hier in diesem Nahverkehrstriebwagen ja sehr bequem am Tisch sitzen. Wenn nicht der ältere Herr gegenüber so zum Gestikulieren neigen würde. Denn in nahezu jedem Satz unterstreicht er durch heftiges Aufstoßen des Zeige- oder Mittelfingers auf ebendiesen Tisch die entscheidenen Worte, und wenn er seine Ausführungen beendet hat, läßt er seine Hand auf den Tisch herabfallen. Und er beginnt, unterstreicht und beendet viele Sätze. Jedes Mal gibt es eine mehr oder weniger größe Erschütterung. Jedes Mal wackelt der Tisch. Und (nahezu) jedes Mal detektiert der Laptop die Erschütterungen und hält kurzzeitig die Festplatte an. *seufz* Mal schauen, ob der Gute von selbst in seinem Tun innehält, oder mir vorher eine freundliche Formulierung für mein Anliegen einfällt ...
Friday, January 19. 2007
Einen Tag nach Kyrill hatte die Bahn ihren Verkehr schon wieder recht gut im Griff, zumindest auf der für mich relevanten Strecke von Stuttgart nach Neustadt. Ganz stimmte es allerdings noch nicht wieder; so führte mein Intercity ungewohntes Wagenmaterial (nämlich ordentliche IC-Wagen statt der üblichen früheren IR-Garnituren), stand überpünktlich bereits am Gleis bereit - und dachte 10 Minuten nach Planabfahrt noch lange nicht ans Abfahren. Am Ende waren es dann rund 20 Minuten Verspätung, vermutlich wegen des Abwartens auf Anschlußreisende oder Überlastung der Strecke; dafür war der Zug ausgesprochen voll, längst nicht jeder fand noch einen Sitzplatz, und auch weitgehend ausreserviert. Ich hatte allerdings das Glück, jeweils einen Platz nutzen zu können, dessen Inhaber sich nicht blicken ließ.  Persönlich habe ich Kyrill im übrigen gut, wenn auch arg unausgeschlafen, überstanden; der Baum vor meinem Schlafzimmerfenster hat nämlich sturmbedingt im Zusammenwirken mit den Außenjalousien einen nicht zu überhörenden Krach gemacht, der mich zuverlässig am Einschlafen gehindert hat. Daher kann ich angeben, daß der Wind ab 3 Uhr morgens erheblich nachgelassen hat. *seufz* Auf der Strecke geblieben ist hingegen vermutlich mein Stockschirm, der mich seit einige Jahren treu begleitet, nachdem er heute auf dem Weg zum Mittagessen von einer heimtückischen Windböe erwischt und einfach umgeklappt wurde. Das ist ihm offensichtlich nicht gut bekommen. 
Monday, December 18. 2006
Heute abend wollte ich mit einem der letzten durchgehenden Züge von Mannheim aus nach Stuttgart eilen; und nachdem ich den eigentlich angestrebten solchen dann verpaßt hatte, eilte ich rechtzeitig vor 23.46 Uhr, der Abfahrtszeit des angestrebten IC 2215. Doch schon auf dem Hinweg klangen beunruhigende Lautsprecherdurchsagen auf; auf dem Bahnsteig zeigte sich dann mit 70 Minuten voraussichtlicher Ankunfts- und 60 Minuten voraussichtlicher Abfahrtsverpätung (wegen Verkürzung des Halts) das ganze Elend. Doch dieses Mal konnte die Bahn, was sie sonst nur selten kann: die Fahrgäste wurden durch ständig wiederholte Durchsagen in den um 23.44 Uhr am selben Bahnsteig abfahrenden ICE 971 nach Karlsruhe gelotst, der außerplanmäßig in Heidelberg hielt und dort dann eine Umstiegsmöglichkeit in den ICE 679 nach Stuttgart bot. Dieser kam planmäßig nur vier (und faktisch nur neun) Minuten später als der IC 2215 in Stuttgart an. Insgesamt, so finde ich, eine tolle Leistung. (Die Pünktlichkeit der Spätzüge am Sonntag in Mannheim ist allerdings abgrundtief schlecht. Ich habe bisher jedesmal Verspätungen von 20 Minuten, 40 Minuten und mehr erlebt. *seufz*)
Monday, November 27. 2006
Am vergangenen Wochenende hat die Bahn ein neues elektronische Stellwerk in Heidelberg in Betrieb genommen; solange war der Bahnverkehr eingestellt (glänzend koordiniert mit einer umfangreichen Sperrung der Autobahnen rund um Heidelberg, wie Zugschlus berichtete). Gestern abend wurde ich bei einem gemütlichen nachgeburtstäglichen Treffen noch daran erinnert, entschloss mich aber trotzdem todesmutig, heute morgen mit der Bahn zu fahren, allerdings mit dem ersten durchgehenden Zug, denn sicher ist sicher. Immerhin hatte ich heute zusätzlich zu Reise- und Laptoptasche noch anläßlich meiner Alterung - nachträglich - einen Käsekuchen nach Stuttgart und ins Büro zu spedieren, und mußte pünktlich zu einer Sitzung erscheinen. Heidelberg erwies sich dann auch nicht als Problem. Als ich kurz vor sieben Uhr am Bahnhof eintrudelte, stand der Zug nämlich überraschenderweise schon am Gleis; kurze Irritation wich dann aber dem beginnenden Begreifen: es war mitnichten der um kurz vor sieben fahrende Zug, es war der planmäßig um kurz vor sechs fahrende IC, der da nicht schon, sondern immer noch stand und auf die Aufhebung einer Vollsperrung irgendwo zwischen Neustadt und Mannheim wartete, zeitlicher Verlauf nicht abzusehen, wirkliche Alternativen keine.
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Friday, September 29. 2006
Es ist Freitag. Das ist - bahntechnisch gesehen - sowieso fatal. An einem Freitag vor dem verlängerten Wochenende umso mehr. Normalerweise sollte ich von den schlimmsten Problemen verschont bleiben, weil der Zug, den ich üblicherweise benutze, in Stuttgart eingesetzt wird und daher in der Ankunft nur schwerlich verspätet sein kann (obschon die Bahn das bereits einmal geschafft hat ...). Allerdings war ich heute dummerweise etwas spät dran, so daß ich auf den nächsten Zug zurückgreifen mußte - und der war > 70 Minuten verspätet. Wie alle weiteren, späteren Züge gleichermaßen. Grund: Stellwerksstörung/-ausfall bei München, wie mir das von Zugschlus' Links aus verlinkte Profi-RIS mitteilt. Am Ende bin ich dann mit dem IRE nach Karlsruhe gefahren und von da mit dem Bummelzug nach Neustadt weiter; Endverspätung mit 57 Minuten genau 3 Minuten zu gering für eine Entschädigung, und natürlich gab es weder in dem einen noch dem anderen Zug eine Steckdose für meinen Laptop. Und der IRE war auch gut gefüllt - allerdings habe ich mich dann entschlossen, in der 1. Klasse Platz zu nehmen, und war da nicht der einzige. Immerhin hätte ich, wenn denn jemand bei mir vorbeigekommen wäre, gerne nachgelöst bzw. einen Gutschein geopfert - so weit kam es allerdings nicht, denn ein Zugbegleiter ließ sich nicht sehen. Unter dem Strich also ein typischer Freitag. Und jetzt bin ich müde und suche mein Bett auf.
Monday, September 25. 2006
Überrascht nahm ich heute - dank Zahnarztbesuches etwas später als sonst - im ICE nach Stuttgart die Werbung für einen Hotspot wahr; so recht konnte ich mir dessen Funktionieren schon aufgrund der vielen Tunnel auf der Strecke nicht vorstellen. Ein Versuch ergab dann auch, daß zwar der Hotspot erreichbar ist, eine Netzverbindung aber nur zwischen Dortmund und Düsseldorf o.ä. besteht. Dennoch läßt das ja hoffen. 
Monday, September 18. 2006
Nach recht exakt drei Wochen wurde ich dann heute mit meiner abgelaufenen Bahncard "erwischt": "Haben Sie auch noch eine gültige?" 
Monday, September 11. 2006
Angenehm: in Mannheim ist ein WLAN-Accespoint der T-Com (der aus der Lounge?) auch auf dem Bahnsteig zu empfangen. So läßt sich die Wartezeit angenehm etwas verkürzen.
Wednesday, September 6. 2006
Nachdem meine kleine schwarze Mobility-BahnCard Ende des vergangenen Monats abgelaufen ist, habe ich mich entschlossen, ein kleines Experiment zu starten: wann mich nämlich das erste Mal jemand darauf anspricht. Daher zeige ich sie seitdem bei jeder Fahrkartenkontrolle und beim Betreten der Lounge vor (und natürlich habe ich den gültigen Nachfolger auch dabei). Manche winken direkt ab, wenn sie die Karte sehen, ohne irgendetwas zu kontrollieren. Manche schauen auf die Karte drauf, erkennen dabei aber offenbar weder das (kleingedruckte) Ablaufdatum noch den (hinreichend groß gehaltenen) Vermerk auf den Ablauf der Karte im Verlauf des August 2006. Bisher hat noch nie jemand bemängelt, daß die Karte abgelaufen sei, obwohl ich immer darauf achte, daß Gültigkeit und Lichtbild gut zu erkennen sind ... Ich bin gespannt, wann das erste Mal jemand bemerkt, daß das Ding jetzt schon gut zwei Wochen nicht mehr gültig ist.
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