Saturday, August 14. 2010
Über die Qualität journalistischer Beiträge zu lästern ist zweifellos billig, schließlich kann niemand alles wissen - dennoch kann man sich manchmal eigentlich nur wundern.
Da gibt es einen Verlag, der sich - durchaus mit Recht - als “Verlag für Notfallmedizin” bezeichnet, neben Fachliteratur vor allem auch anerkannte Fachzeitschriften für den Bereich des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes herausgibt und in der Redaktion dieser Zeitschriften namhafte Fachleute zusammengebracht hat. Dieser Verlag stellt im Netz auch aktuelle Kurznachrichten zusammen, die zugleich als Newsletter verteilt werden. Einer dieser Kurzbeiträge trägt die Überschrift “Berufsprozess gegen ehemaligen Leiter der Rettungswache Saarburg” - wer die damalige Berichterstattung verfolgt hat, erinnert sich direkt an den Skandal, als als mutmaßlicher Verursacher von gezielten Störungen auf dem Funkkanal für den Rettungsdienst im Bereich der Integrierten Leitstelle Trier, der immer wieder - und nur - grenzüberschreitende Einsätze des Rettungshubschraubers “Air Rescue 3” aus Luxemburg behinderte, der Leiter einer Rettungswache in diesem Rettungsdienstbereich ermittelt wurde. Allerdings klingt die Überschrift doch etwas irritierend - denn warum sollte ein berufsrechtliches Verfahren durchgeführt werden, zumal bereits vor Jahren eine strafrechtliche Verurteilung erfolgte?
Die Lektüre des Beitrags ergibt dann auch, daß es mitnichten um ein Berufs-, sondern um ein Berufungsverfahren geht und vor dem Landgericht Trier die Berufungshauptverhandlung stattfindet, nachdem offenbar Staatsanwaltschaft wie Angeklagter gegen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Trier Rechtsmittel eingelegt haben. Dennoch findet sich derselbe Schreib- (oder Verständnis-?) Fehler auch im Beitrag selbst. Und im weiteren Verlauf wird es nicht besser, erfährt der erstaunte Leser doch, daß die erneute Verhandlung vor dem Landgericht erforderlich wurde, weil Staatsanwalt und Verteidigung in Revision (!) gegangen seien. Seltsam dann nur, daß offenbar statt einer Revision vor dem Oberlandesgericht eine Berufung vor dem Landgericht verhandelt wird ...
Sicher, es handelt sich nicht um einen juristischen Fachverlag, von dem man zwingend die Kenntnis des Unterschiedes zwischen Berufung und Revision erwarten kann - aber ist denn auch die Kenntnis des Begriffs “Berufung” (nicht Beruf!) zuviel verlangt? Und warum berichten die anderen Medien - bspw. der SWR - korrekt über eine Berufungseinlegung (statt einer Revision)? Hieße es an einen Fachverlag zu hohe Ansprüche zu stellen, wenn man erwartet, diese in der allgemeinen Presse schon zwei Tage früher veröffentlichte Nachricht (oder die zugrundeliegende Agenturmitteilung oder Pressemitteilung ...) richtig zu übernehmen? Insbesondere, wenn zum Redaktionsstab der Fachzeitschrift “Rettungsdienst” auch kompetente Juristen gehören, die man im Zweifelsfall fragen kann?
Saturday, May 15. 2010
Aufgrund einer Anfrage per E-Mail habe ich mich gestern einmal einige Stunden mit der Rechtslage rund um geschlossene Verbände im Straßenverkehr, deren Kennzeichnung und Genehmigungs(pflicht) - für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) - beschäftigt. Dabei sind aber durchaus noch Fragen offen geblieben ...
Was ist ein geschlossener Verband?
Ein geschlossener Verband ist eine geordnete, einheitlich geführte und als Ganzes erkennbare Personen- oder Fahrzeugmehrheit (Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 36. Aufl. 2001, § 27 StVO Rn. 5). Der geschlossene Verband wird wie ein einzelnes Fahrzeug behandelt; namentlich dürfen andere Verkehrsteilnehmer den Verband nicht unterbrechen, und wenn das erste Fahrzeug eines Verbandes berechtigt in eine Kreuzung u.ä. eingefahren ist, dann dürfen alle weiteren Fahrzeuge folgen, auch wenn mittlerweile eigentlich vorfahrtsberechtigter Verkehr naht oder eine Lichtzeichenanlage auf Rot gewechselt hat.
Regelungen zu dieser Materie finden sich in § 27 StVO, § 29 Abs. 2 S. 2 StVO und § 35 Abs. 2 Nr. 1 StVO.
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Saturday, May 1. 2010
Wie seit vielen, vielen Jahren haben wir für die Neustadter Johanniter wieder einmal am 1. Mai den Jungschartag 2010 des EC Pfalz sanitätsdienstlich betreut. Wie ich letztes Jahr schon schilderte,sind die Verhältnisse jetzt für uns etwas anders, weil es “unseren” Ortsverband faktisch nicht mehr gibt. Die Kollegen des Nachbarverbandes hatten uns aber wieder ein Fahrzeug - einen Reserve-KTW des Rettungsdienstes - und umfangreiches Material vorbereitet, so daß wir im wesentliche im selben Team wie letztes Jahr (und vorletztes Jahr ... und das Jahr davor ... und das Jahr davor ...) tätig werden konnten und in zwei - zwischendurch drei - Personen erneut umfangreiche Qualifikationen vereinten. Ich muß mich immer noch daran gewöhnen, daß man Einsätze mit denselben Freunden und Kollegen zusammen wie die letzten 10-15 Jahre abarbeiten kann, sich die medizinische Qualifikation aber doch nach oben verändert hat.
Auch das Wetter erreichte in diesem Jahr leider nicht die gewohnte Qualität. Der reichliche Sonnenschein, mit dem der Jungschartag sonst immer gesegnet war, blieb heuer (ha!) aus, stattdessen blieb es bedeckt, unangenehm kühl und zeitweise richtiggehend nass.
Dafür war manches in diesem Jahr so, wie man es von früher (ganz früher ...) kennt. Das uns bereitgestellte Einsatzmobil erwies sich nämlich als Quell spannender Überraschungen. Schon bei der Übernahme gab es vorsichtige Andeutungen, daß die letzten Nutzer (nachts zwischen drei und vier Uhr ...) über Schwierigkeiten mit dem Getriebe berichtet hätten. Das konnten wir nicht reproduzieren; dafür versagte der Tacho seinen Dienst und blieb konstant auf dem Nullanschlag. Nun gut, das Phänomen hatte ich schon vor 10 Jahren mit Fahrzeugen aus diesem Fuhrpark, außerdem hatte das Auto nicht nur ein Blaulicht, sondern auch ein Navi, mit dem sich die Geschwindigkeit hinreichend abschätzen ließ; das sollte unseren Einsatz für das Wohl der uns anvertrauten Jungschar ( *hüstel*) also nicht verhindern, so daß wir uns frohgemut auf den Weg machten. Auf halber Strecke wurden wir dann allerdings mit einer roten Kontrolleuchte beglückt; eine kurze Nachschau in der Betriebsanleitung, die sich - unerwartet, aber glückhaft - an Bord befand, ergab dann, daß das Getriebeöl sich wohl über die Temperatur beschwerte. Dennoch erreichten wir unbeschadet den Einsatzort, von wo aus wir dann telefonisch weitere Weisungen einholten. Nach längerem hin und her - Wochenende und Feiertag - blieb es dann bei dem, was wir auch so gemacht hätten: zunächst mal nach Betriebsanleitung abkühlen lassen, wenn das nicht hilft, langsam zum Standort zurückschleichen.
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Friday, May 1. 2009
Alle Jahre wieder - mit Ausnahme des letzten Jahres - betreuen die Neustadter Johanniter den Jungschartag beim Diakonissen-Mutterhaus in Lachen-Speyerdorf; ich berichtete schon 2006, 2005 und 2004 darüber. 
Dieses Jahr war alles ein bißchen anders.
Der Neustadter Ortsverband der Johanniter besteht im ehrenamtlichen Bereich praktisch nur noch auf dem Papier (wenn denn dort noch); nachdem auch mein Nachfolger im Amte des Bereitschaftsführers nach Abschluss seiner Ausbildung den Brot-, Brötchen- und Wursterwerb in einer anderen Stadt aufnahm, so daß ihm auch keine Zeit mehr für den ganzen organisatorischen Aufwand blieb, der mit der Führung eines ehrenamtlichen Bereiches, namentlich aber der Organisation der Sanitätsdienste, verbunden ist, war es Zeit für einen Hilferuf an den übergeordneten Verband. Ein paar wenige Leute wären ja noch da gewesen, und ab und an hätten wir sicherlich noch mitgeholfen, aber die Verantwortung dafür neben einem anstrengenden Job tragen, vor allem, wenn man eine Stunde Fahrtzeit vom Orte des Geschehens entfernt wohnt, ist keine gute Idee.
Besagter Hilferuf blieb allerdings zunächst ohne Antwort; dafür stellte sich nach einiger Zeit mehr oder weniger zufällig - oder sagen wir: durch Kontakte zu Dritten - heraus, daß das komplette Material und die Fahrzeuge des ehrenamtlichen Bereichs auf andere Standorte verteilt wurden. Das spart Miete, zugegebenermaßen, und es spart viel Zeit, wenn man das den Betroffenen gar nicht erst mitteilt; wenn man die leeren Parkplätze und die geräumten und an den Vermieter zurückgegeben Lagerflächen sieht, merkt man das ja auch von selbst ... Das wiederum spart dann etwas an Motivation; macht aber nichts, dafür schult man ja Beauftragte für das Ehrenamt, die bauen die dann wieder auf, oder so. 
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Sunday, February 1. 2009
Geschichten, die das Leben schreibt ... Das Amtsgericht Emmendingen - Emmendingen liegt in der Nähe zu Freibug im südlichen Baden und ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises - hatte bereits vor rund einem Jahr über einen direkt aus dem Leben gegriffenen Fall zu entscheiden, der sich Ende 2007 zutrug. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Besatzung eines RTW sowie eines NEF und ein ... hm ... vermutlich Lebenskünstler, der der sog. Nichtseßhaftenszene offenbar zumindest nahestand, sich in reichlich alkoholisiertem Zustand an der Notfallversorgung einer Patientin beteiligen zu müssen glaubte und über die Zurückweisung so verärgert war, daß er der RTW-Besatzung einen Denkzettel verpassen zu müssen glaubte.
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Friday, February 9. 2007
Kaum aus Stuttgart eingetroffen fand ich mich heute abend auch schon zur ersten Besprechung ein, bei der ganz gemütlich in einer Pizzeria die morgen beginnende Sanitätsausbildung des örtlichen DRK-Verbandes vorbesprochen werden sollte, bei der ich mich erboten hatte, den rechtlichen Teil zu halten. Allerdings war ich etwas früh, und offenbar lief die Tischreservierung auf einen Namen, auf den nicht kam, so daß ich dann erstmal unverrichteter Dinge wieder von dannen zog und auf die Kollegen wartete, die dann in kurzer Folge eintrudelten. Der Abend wurde dann noch sehr nett (wenig überraschend, wenn man bedenkt, daß fast alle Ausbilder in diesem Kurs ursprünglich für die Johanniter tätig waren, bis es aus den unterschiedlichsten Gründen, die allerdings meistens auf derselben Seite lagen, zur Trennung oder zum Wechsel kam, so daß wir uns alle seit langen Jahren kennen), wenn ich auch leider um halb zehn zur nächsten Besprechung aufbrechen mußte, diesmal bei der JUH.
Aber immerhin war ich vor Mitternacht zuhause. 
Saturday, January 6. 2007
Das neue Jahr ist noch keine Woche jung, aber ich habe mich bereits wieder für eine Schicht beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst verpflichtet. Hat aber auch sein Gutes, normalerweise ist an einem solchen Wochenende nicht viel los, und dann habe ich meinen Beitrag für Januar schon geleistet und hinter mir. So war jedenfalls die Idee. Nur muß wohl jemand inseriert haben, es gebe bei uns etwas umsonst - jedenfalls war vergleichbar viel los wie sonst nur an Feiertagen, Weihnachten oder Neujahr: von morgens an bis in den frühen Abend hinein warteten zu jedem beliebigen Zeitpunkt nie weniger als 10 und meistens ein Dutzend und mehr Patienten, obwohl wir viele schon gebeten haben, lieber in einer Stunde oder 90 Minuten noch einmal wiederzukommen. In der Zentralen Notaufnahme des Krankenhauses sah es, wie man hörte, wohl nicht viel besser aus als bei uns. Aber immerhin gab es zwischendrin auch einige Hausbesuche, so daß zumindest ich das Elend für eine Zeit hinter mir lassen konnte.  Hoffen wir mal, daß im Februar weniger los sein wird.
Friday, January 5. 2007
Den heutigen Freitag hatte ich mir ausgesucht, um mal einen Bekannten zu besuchen; der Plan war, ganz einfach zum Bahnhof zu fahren, dort einen Zug zu besteigen und gemütlich an den Zielort zu bummeln, dort Essen zu gehen und das eine oder andere sehenswerte zu besichtigen, und schließlich abends heimwärts zu fahren. Die Schwierigkeiten gingen allerdings schon damit los, daß das Auto - für die Fahrt zum Bahnhof - nicht anspringen wollte; natürlich parkte es vor der Garage, in der das zweite vorhandene Gefährt stand. Also halfen nur Startversuche und viel Glück, letztendlich mit Erfolg. Nach diesem Dämpfer entschloß ich mich daher, mein Glück nicht zu versuchen und auf die Pünktlichkeit des Zubringerzuges von Neustadt nach Mannheim zu setzen, sondern lieber direkt nach Mannheim zu fahren.
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Monday, December 25. 2006
Eigentlich müßte ich von Arbeit ja genug haben, aber dennoch habe ich mich wie im vergangenen Jahr heute für den Tagdienst in der Ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale einteilen lassen. Und wie immer an Weihnachten, Ostern und Silvester herrscht dort “Land unter”; statt der üblichen 3-6 Hausbesuche sind wir von morgens an bis in den Nachmittag ständig unterwegs und bekommen immer neue Besuche telefonisch nachgeliefert - 12 Fahrten sind es am Ende gewesen, natürlich kreuz und quer durch das recht große Einzugsgebiet, und dann bis abends noch einmal drei oder vier. Daneben war natürlich auch eine dreistellige Anzahl von Patienten in der Praxis zu behandeln; insofern war ich nicht böse, den ganzen Tag über mehr oder weniger unterwegs zu sein. Dazu dann nette Kollegen und flüssiges Arbeiten - ich glaube, ich habe jede Minute genossen.  Jetzt geht aber der Urlaub richtig los.
Saturday, December 2. 2006
Diesen Samstag haben wir uns zu dritt in meinem alten Johanniter-Ortsverband zusammengefunden, um für das nächste (halbe) Jahr die Vorplanung unserer neu gegründeten Jugendgruppe zu besprechen. Erfreut habe ich dabei festgestellt, daß der Kollege aus der Jugendleitung bereits einen großen Fundus an Ideen vorbereitet hatte; mal schauen, wieviel davon wir 2007 dann tatsächlich werden umsetzen können.
Eine gute Idee scheint es mir jedenfalls, die Kinder und Jugendlichen allmählich mal durch “Hereinschnuppern” bei Sanitätsdiensten an die Arbeit der “Großen” heranzuführen.
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